Theologia viatorum

Ich muss ja nicht erklären, warum ich total aus dem Häuschen war, als ich auf den Begriff: theologia viatorum gestossen bin (bei Siegfried Kettling, Du gibst mich nicht dem Tode Preis, S.). Mit meinem „Nickname“ war ich nicht immer soooo glücklich. Der Wanderer ist ja immer unterwegs, ist nicht zuhause und in Sicherheit.

Aber bei der theologia viatorum kann ich anknüpfen: Wir sind unterwegs. Die fertigen Antworten liefern wir nicht. Wir legen uns nicht fest aufs Gesetz oder aufs Evangelium allein. Wir lehren nicht die Doppelte Prädestination – aber wir leugnen auch nicht den doppelten Ausgang. Wir lehren nicht die Allversöhnung – aber wir weigern uns auch nicht zu hören und zu hoffen, wenn das Wort Gottes von der Wiederbringung aller Dinge spricht.

I think I found a friend:
http://www.theologiaviatorum.com/

Nein

Es ist anscheinend nötig, das wieder zu sagen.
Auch wenn es niemand liest 🙂

  1. Der gesunde Menschenverstand ist ein Geschenkt Gottes. Braucht ihn.
    Ich glaube deshalb nicht, dass Papier energetisch geladen werden kann. Auch dann nicht, wenn ich selber draufschreibe. (Obwohl es toll ist von Hand zu schreiben.)
  2. Wenn jemand sagt: „Alles oder nichts!“ (z.B. Entweder glaubst du alles was in der Bibel steht, oder…“) ist es ein Trick. Dasselbe gilt für: „Jetzt oder nie!“ Sag bei beidem: „Nein danke.“

Der Sonntag ist überfordert

Nach alter Sitte soll man den Sonntag heiligen, das heisst von Arbeit freihalten und den Gottesdienst mit­feiern. Die Sitte verliert von Jahr zu Jahr an prägender Kraft, auch für Christen. Wir brauchen den zerstörten Sonntag von heute, der aus Schlaf, Langeweile, Aus­fahrt und Fernsehen oder aus fortgesetzter Arbeit, die in der Woche nicht fertig wurde, besteht, nicht zu geisseln. Es genügt, dass wir unsere eigene Woche prüfen. Woher kommt es, dass der Gottesdienst nur selten die Kraft hat, einem Sonntag das Gesicht zu geben oder gar in eine Woche hineinzuwirken? Viel­leicht daher, dass wir dem Sonntag zumuten, alles auf die Schnelle zu reparieren, was in der Woche fahrlässig verdorben wurde.

Unser Sonntag ist überfordert. Ein Arzt heilt nicht in einer Woche, was an einem Körper in zehn Jahren gesündigt wurde. Ob der Sonntag seinen Sinn behält, entscheidet sich in den Werktagen. Ob wir den Werk­tag bewältigen, hängt daran, ob wir Zeiten kennen, in denen wir wirklich zu Stille und Sammlung, zum Hören und Nachdenken, Beten und Feiern kommen.

Den Text habe ich aus dem Kalender „täglich mit Gott 2018“, Beitrag vom 3. April. Dort ist die Quellenangabe: Aus: Jörg Zink «Wie wir feiern können», Kreuz-Verlag. Ich finde aber in diesem Buch den Text nicht.