Was ist Freiheit?

Wann bin ich frei?

Welches sind die Grundbedingungen von Freiheit?

Ich möchte der Freiheit nachdenken. Für uns Menschen den 20. und 21. Jh. ist es ein wichtiges Wort und ein grundlegender Wert. Wir wollen frei sein und berufen uns auf eine lange Tradition der Freiheit: Die Freiheit der französischen Revolution, die Freiheit der Sklaven, die Freiheit von einer rigiden Moral.

„Freiheit von“

So ist Freiheit relativ einfach zu beschreiben: „Freiheit von etwas“. „Freiheit von Steuern“ heisst, ich muss keine Steuern mehr bezahlen. „Freiheit vom König“ heisst ich muss den Gesetzen des Königs nicht mehr gehorchen. Diese Freiheit kann ich mir auch erkämpfen, weil ich dann ein konkretes Feindbild habe: Den Staat, den König, das Geld, die herrschende Moral.

Aber jedes Mal, wenn ich eine solche Freiheit errungen habe, müsste ich eigentlich einen Schritt weiter gehen und überlegen: Was ist denn die Aufgabe des Staates? Wie muss ich das anders relgeln, jetzt wo ich keinen Staat oder König oder eine fixierte moralische Norm habe? Wie fülle ich die Lücke.

Wenn alle Sklaven befreit sind: Wer macht dann die Arbeit? Wer gibt die Anweisung?

„Freiheit für“

Bin ich frei, wenn ich etwas nicht tun muss (Freiheit von) – oder wenn ich etwas tun kann? Wie ist das mit der Wahlfreiheit? Wo ist man unfrei und warum eigentlich? Welche Grenzen hat die Freiheit? Und wenn sie Grenzen hat – bin ich dann noch frei?

Ein Ohnmächtiger ist nicht frei. Jemand der jeder Willkür ausgeliefert ist und keinen Gestaltungsspielraum hat ist nicht frei. Zur Freiheit gehört also Macht. Ohne Macht keine Freiheit? Ich brauche die Macht, die Möglichkeit, etwas zu tun was ich will. Ohne die „Freiheit für“ ist die „Freiheit von“ keine Freiheit.

Was hat Wahlfreiheit damit zu tun? Bin ich freier, wenn ich möglichst viele Optionen habe? Ist die grosse Auswahl an Konsumgütern ein Zeichen von Freiheit?

Christliche Freiheit

Ist frei, wer beten kann „Dein Wille geschehe“? (Jesus im Unser Vater) Wer betet: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst?“ (Jesus im Garten Getsemane) Wäre „Mein Wille geschehe“ zwingend das Gegenteil?

Nach der Bibel führt die Sünde in die Unfreiheit. Joh 8:

„31 Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten:
Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger
32 und werdet die Wahrheit erkennen,
und die Wahrheit wird euch frei machen.

33 Da antworteten sie ihm:
Wir sind Abrahams Nachkommen und sind niemals jemandes Knecht gewesen.
Wie sprichst du dann: Ihr sollt frei werden?

34 Jesus antwortete ihnen und sprach:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.
35 Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus;
der Sohn bleibt ewig.
36 Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“

Im Alten Testament

Im Alten Testament findet sich das Wort „Freiheit“ nicht. Das ist zu abstrakt für die hebräische Sprache. Der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten ist aber das zentrale Freiheitselement und wird beschrieben als „Heraufführung“ aus dem Skalvenhaus (Freiheit von), damit sie ein heiliges Volk sind (Freiheit für).

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